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19. Oktober 2008
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Tagesthema:

„Jesus Christus Gottes Sohn“

Eine uralte Formel und ihr Verständnis heute

Dr. Hartwin Schmidtmayr

Ein Hinweis: Der Referent legte ein Handout vor, das man hier aufrufen kann. Daher im Folgenden nur kurz zum Gedankengang seines Vortrags.

Der Referent: Auf dem II. Vatikanischen Konzil (1962-1965) und im weiteren Nachdenken der Theologie und der Religionspädagogik ist erkannt worden, dass in der Verkündigung das einfache Wiederholen alter Glaubensformeln nicht genügt. Um die Bedeutung der christlichen Botschaft für das konkrete Leben aus dem Glauben aufleuchten zu lassen, muss Jesus selbst in den Blick kommen. Es muss deutlich werden, warum er selbst und seine Botschaft die Menschen so fasziniert hat (Christologie „von unten“).

In einem zweiten Schritt wird gezeigt, dass das „wahrer Gott und wahrer Mensch“ der Konzilien immer wieder missverstanden wird, weil das Wort „Person“, wenn man es für Gott gebraucht, nicht denselben Sinn hat, wie wenn man einen Menschen „Person“ nennt. Sehr viele Christen stellen sich Jesus als auf Erden wandelnden Gott vor, der sich (um unseretwillen) als Mensch „verkleidet“ hat – eigentlich eine handfeste Irrlehre, denn dann ist Jesus nicht wirklich Mensch.

Gott ist kein „höheres Wesen“, wie man oft hören kann. Er ist nicht (wie irgendein anderes geschaffenes Wesen) in der Welt. Er ist ihr tragender Grund . Er ist uns nahe in allen Dingen, besonders in den Menschen oder, besser gesagt, in den Beziehungen der Menschen untereinander. In der Begegnung mit Jesus Christus war das für die Menschen damals in überwältigender Weise erfahrbar. In der Auferstehungserfahrung erkannten sie: Der „Sohn“ ist der Sohn. Er lebt und ist den Menschen bleibend nah: In der Beziehungsgemeinschaft der Kirche, die sich immer wieder neu bemüht, in seiner Nachfolge zu bleiben.

Aus dem Gespräch:

Es wird Augustinus zitiert: „Wenn du begreifst, ist es nicht Gott!“ Ebenso ist es mit der Sohnschaft. Nach Benedikt XVI./Joseph Ratzinger ist Jesus sich seiner Gottessohnschaft bewusst gewesen. Sieht er das wirklich so? Oder vertritt er das, um „das Reich zusammenzuhalten“? Der Referent zeigt sich überzeugt, dass Joseph Ratzinger gar nicht anders denken kann – eine Folge seiner tiefen Verwundung in Tübingen und seiner „theologischen Kehre“, die durch seine Berufung in kirchliche Verantwortlichkeiten sicherlich verstärkt wurde.

Hat Lenaers nicht recht, dass auch Kinder heute gar nicht mehr in der beschriebenen Weise denken?  Referent: Das „Ausgreifen“ des Menschen nach etwas, was „mehr ist als alles“, ist unausrottbar, heute freilich häufig „zugedeckt“. Es gibt keinen anderen Weg, als immer wieder beim konkreten Jesus anzusetzen.

Ein Teilnehmer versucht in mehreren Wortmeldungen, seinen eigenen Weg zu bezeugen: Keine Abstraktionen; konkrete Bilder von Gott, die aus den alltäglichen Erfahrungen entstehen; die Beziehung zu Gott bewusst suchen. Der Referent: Er müsse darauf beharren, dass ein Bemühen notwendig ist, vom Bild „wegzukommen“ und sich dessen analogen Charakter bewusst zu machen. Glaube, Hoffnung und Liebe sind ständig durch Zweifel angefochten. Jesus hat bis in seine Todesstunde hinein darum gerungen zu „begreifen“, dass seine Verlassenheit keine Verlassenheit war. In diesem Zusammenhang könnte man an das erstaunliche (erst unlängst von den Medien vermittelte) Einbekenntnis erinnern, dass Mutter Teresa in bestimmten Phasen ihrer inneren Entwicklung in bedrängendster Weise durch Glaubenszweifel und Depression angefochten war.

Zwei Teilnehmer äußern in Bezugnahme aufeinander ihre „Wut über die Erklärungswut“, machen sich dabei aber selbst bewusst, dass sich das, was sie wütend macht, schon im NT findet. Im Kreis wird darauf aufmerksam gemacht, dass die geäußerte „Wut“ die Tendenz verrät, die Sicht und den Weg anderer nicht gelten zu lassen. Der Referent habe davon gesprochen, welche Haltungen Jesus selbst konkret gezeigt habe. Eine Teilnehmerin sagt über sich selbst, dass für sie die Handlungsweise Jesu am überzeugendsten sei. In der Antwort auf eine Nachfrage, wieso man sich überhaupt „Jesus Christus ist Gott“ zu sagen trauen könne, betont der Referent nochmals, dass diese (dem griechischen Denken verständliche und doch auch wieder missverständliche) Redeweise die Einzigartigkeit und Endgültigkeit festhalten wollte, die in Jesus Christus als frohe Botschaft für alle Menschen ergangen ist. Es wird Josef Blank zitiert: „Jesus ist die geglückte Interpretation Gottes.“

Es wird nochmals von dem Vortrag P. Lenaers gesprochen, den viele gehört haben. Der Referent bejaht vieles des von diesem Gesagten als zeitgemäße Verkündigung, sehr problematisch ist seine Rede über Auferstehung. Das personale Auferstehen eines jeden Menschen gehört ins Zentrum der christlichen Frohbotschaft. „Wenn Christus nicht auferstanden ist, ist unser Glaube nichtig“ (1 Kor 15,17).

In einem Schlusswort äußert der Referent seine Freude über die Anwesenheit und den Beitrag seines Lehrers und lieben Kollegen HR Dr. Peter Zehndorfer, bedankt sich für die Aufmerksamkeit und das Mitsprechen der Anwesenden und erklärt sich bereit, Zuschriften oder Fragen, die ihn im Zusammenhang mit dem heute behandelten Thema erreichen, gerne zu beantworten (auch wenn ihm das jeweils vielleicht nicht sofort möglich ist).

Für das Protokoll:  Helene Artner
                                     Susanna Henning

Das Handout zu diesem Vortrag.

Die beiden Texte zur persönlichen Vertiefung in das Thema:
Zeitschrift für katholische Theologie ZKTh 130 (2008), Heft 2, S. 153-167
und
Seelsorge im Dialog? Theologische und psychologische Aspekte für die Praxis